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In spite of broken wings

Sie hat „broken wings“, zarte, gebrochene Flügel – warum auch immer, das bleibt ein Rätsel – und hat sich dennoch ihre Lebensfreude bewahrt oder diese wieder gewonnen.

Diese Frau hat nicht aufgegeben, sondern den Lebensumständen etwas entgegengesetzt. In ihrer Haltung drückt sich das aus. Sie ist eine „bewegte“ Frau, lebendig, ihr Becken signalisiert Fülle, ihr ganzer Körper Geschmeidigkeit, ihr Oberkörper ist aufgerichtet, ihre „Flügel“ richten sich zum Himmel.
Sie scheint voller Energie zu tanzen – ihr Anblick vermittelt Bewusstsein, Sinnlichkeit und Erotik.

Und sie hat keinen Kopf (mehr), denkt nicht mehr an das Erlittene, sondern lebt aus sich heraus – in spite of broken wings!

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Beauty


Eine Hommage an die weibliche Schönheit. Diese Frau ruht in sich, ihr harmonischer, gefüllter Körper ist Ausdruck eines Ideals. Sie ist geerdet und zugleich offen dem Leben gegenüber. Ihre Haltung ist aufgerichtet, voller Würde, Anmut und Feminität. Sie ist mit sich im Gleichgewicht.
Der dunkelgrüne Stein aus Brasilien unterstreicht ihr edles Erscheinungsbild.

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It´s written all over his face


"Man sieht es ihm an der Nase an" – dieser Titel erlaubt vielfältige Assoziationen: Ist es ein Fabelwesen, zeigt er jemand die "lange Nase," oder was sieht man ihm sonst an? Ist es ein Hinweis auf seine Ausstattung als Mann oder lügt er wie Pinoccio? Aber er lächelt, hat freundliche Gesichtszüge, lädt er ein, begrüßt er?
In jedem Fall ist es ein großer, kraftvoller, rätselhafter Kopf, gehauen aus warmem, braunem  Stein aus Indien.

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John and Rose


John ist groß, kraftvoll, weitgehend unbehauen, in seiner Aufrichtung männlich-phallisch. Er scheint seinen Arm um Rose zu legen, sie zu beschützen.

Rose ist weiblich, runder, mit vielen femininen Attributen. Sie neigt sich leicht zu John hin und steht zugleich fest am Boden, so wie auch er.

Auf ihrer Rückseite ist eine Flamme zu sehen, sie brennt für John, oder ist es ihr Herz, das für ihn schlägt?

Es sind in jedem Fall zwei kraftvolle, geerdete Individuen, die zugleich ihre Bezogenheit aufeinander zeigen. Das erschließt sich aus ihren „Gesten“, aber auch im aus demselben Fels gehauenen Stein und in der feinen, geschwungenen Struktur auf ihren Schultern, die sich jeweils im anderen fortsetzt.

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Since Time Immemorial

Seit undenklichen Zeiten schon kommt das Leben, auch unser Leben, aus dem Meer. Auf einer Welle kommt eines dieser seit Jahrmillionen existierenden Wesen, eine Art Rochen, geschwommen. Er ist völlig eins mit dem Meer, dem Medium, das ihn umgibt und trägt und ernährt.

Elegant gleitet er dahin, lässt sich tragen von den Wellen und braucht nur kleine Veränderungen seines hochelastischen Körpers, um sich in eine andere Richtung zu bewegen.

Im weiten Sinn ist es einer unserer ältesten Vorfahren – seit undenklichen Zeiten…

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Transformation

Dieser Mann ist sichtlich verletzt. Das Leben hat tiefe Spuren in ihm hinterlassen. Sein Kopf ist schmal, geradezu hager, er trägt Narben im Gesicht und ist kahlgeschoren.

Dennoch liegt etwas Entschlossenes in seinem Ausdruck. Das Kinn ist nach vorne geschoben, der Mund signalisiert Widerstandskraft und den Willen, sich nicht unterkriegen zu lassen.

Aber dieser Mann ist kein Krieger, jemand, der immer gegen etwas kämpfen – und das auch zeigen muss. Er hat eine höhere Stufe erreicht, hat sich weiterentwickelt, sich transformiert und seinen Frieden mit sich und der Welt gefunden. Er trägt das Zeichen von Weisheit und Erleuchtung auf seinem Scheitel-Chakra.

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Dschi Anch Was Dschet

…das ist ein Segensspruch aus dem alten Ägypten, der bedeutet: „Beschenkt mit Leben und Glück in Ewigkeit“.

Der Kopf zeigt offene Augen, einen offenen Mund und (symbolisiert durch den Notenschlüssel) offene Ohren. Alle Sinne sind der Welt zugewandt, aufnahmebereit. Diese Person ist bereit (hin) zu hören, (hin) zu sehen, aber auch zu sprechen und sich mitzuteilen – wesentliche Voraussetzungen, um Leben und Glück auf dieser Welt zu erfahren.

Wenn wir uns verschließen, kann uns nichts und niemand mehr erreichen. Diese Person hat das erkannt: sie kann staunen, sich berühren und begeistern lassen, sie hat ihr Ohr an der Welt. So kann sie beschenkt werden vom Leben…

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Where do we go to (my lovely)?

Mann und Frau in tiefschwarzem, "noblen" Stein als Urbilder von Männlichkeit und Weiblichkeit, zugleich aber stark überzeichnet: die Frau mit einem ausladenden, Fruchtbarkeit und Sex signalisierenden Becken, üppigen Brüsten und einer sehr schlanken Taille, der Mann mit sehr ausgeprägter Muskulatur, einem „Sixpack“, den linken Arm andeutungsweise zur (narzisstischen) Pose erhoben. Idealbilder.
Idealbilder? Beim näheren Hinsehen zeigt sich, wie schmal, geradezu zerbrechlich die Taille der Frau ist – und dass der Mann einen Muskelpanzer trägt, tatsächlich ein Muskelschild, das um seinen Oberkörper befestigt ist.
Das Verhältnis zwischen beiden zeigt ein weiteres Stereotyp: während die Frau sich leicht zu dem Mann hinneigt und so wenigstens eine gewisse Weichheit, Beweglichkeit und Bezogenheit erkennen lässt, ist der Mann völlig erstarrt in seiner Pose. Er muss Haltung bewahren.
So oszilliert die Aufmerksamkeit des Betrachters zwischen der Anziehung, die diese Figuren in ihrer idealtypischen Schönheit als Mann und Weib ausüben – und der Frage, wohin wir uns, wie heute schon vielfach üblich, körperlich und womöglich auch seelisch „designed“, entwickeln.
Stellt das Paar nur uns die Frage "Where do we go to (my lovely)?" oder, unterstellt man ihm ein gewisses Maß an Selbstreflexion und Selbstironie, auch sich selbst?

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Cult

Weit vor unserer Zeit gab es auf der Erde nur wenige Menschen, hingegen sehr viele Tiere. Unsere Vorfahren lebten mit und von Tieren. Das Tier war Nahrungsquelle, aber auch Konkurrent um die zur Verfügung stehende Nahrung. Von ihm ging Gefahr aus und zugleich war es zentraler Teil der Lebensgrundlagen. Es wurde gejagt, gefürchtet, verehrt, zerlegt und verspeist, aus seinem Fell wurde Kleidung genäht, aus seinen Knochen wurden Werkzeuge, Schmuckstücke und sogar erste Instrumente, einfache Flöten, hergestellt.
Das Tier genoss eine große kultische Verehrung, wie sie in diesem Werk, das aus der sehr seltenen Kombination zweier verschiedenfarbiger Steine gefertigt ist, zum Ausdruck kommt. Die eingeritzten Zeichen stellen Tiere selber dar, die Möglichkeiten der Jagd, sie beziehen sich auf den Lebenskreislauf mit Sexualität und Schwangerschaft, Geburt und Tod, und sie dienten der Verständigung.
Im oberen Teil ist links die Nacht dargestellt, in der Mitte die Tag-Nachtgleiche und rechts die Freude über den Tag mit der lebensspendenden Sonne. Im dunklen Teil links kommen die Gefahren zum Ausdruck, die mit Tieren und der Jagd verbunden waren, Verletzung und Tod.
Das Tier, magisch aufgeladen, "ruht" würdevoll im Zentrum dieses – auch spirituellen – Geschehens.

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